Mittwoch, 12. März 2014

[Design] Bachelor-Thesis "Villains": Das Buch

Hallo ihr Lieben,

ungewollt viel Zeit ist schon wieder seit dem letzten Post vergangen. Aber das Suchen und Finden eines Jobs sowie der einwöchige, sehr stressige Besuch bei meiner Familie haben die Zeit verschlungen, wie ein hungriges Plüsch-Schaf die Schokolade....

So, nun aber zum Thema. ;-) Heute zeige ich euch also endlich das Endprodukt meiner Bachelor-Thesis. Den visuellen Teil kennt ihr ja bereits aus den letzten sechs Beiträgen und heute folgt die "Hülle", das Baby, mein Lebensinhalt aus dem Dezember/Januar.



Das Buch

Das 38seitige, schlanke Hardcover-Buch kommt in einem sagenhaften Format von 42x29,7cm daher. Mit anderen Worten: A3-Querformat. Das mittelgraue Buchbindeleinen und die sehr kleine Prägung des Titels lassen es fast unscheinbar wirken, wäre da nicht das ungewöhnliche Format. Bei der Prägung hatte ich übrigens nicht viel Auswahl, da ich das nehmen musste, was der Buchbinder im Angebot hatte. Eine eigene Prägeform wäre (übrigens nach wie vor) möglich gewesen, hätte aber zu viel Zeit in Anspruch genommen. Ganz weggeschoben habe ich den Gedanken allerdings noch nicht. ;-)



Das Vorsatzpapier ist tiefschwarz und gibt so die erste kleine thematische Einleitung. Die Bildserien werden mit einem Wörterbuch-Zitat eingeleitet, welches das ausdrucksvolle Wort "villain" übersetzt. So bekommt jeder Betrachter einen Zugang zu den Bildern, auch wenn er oder sie auf den ersten Blick nichts mit dem Wort anfangen kann.
An dieser Stelle noch eine kleine Anmerkung, warum ich diesen Titel überhaupt gewählt habe. "Villain" ist ein Wort, welches ich persönlich nicht in der Schule gelernt habe. Nicht jeder kennt den Begriff, von der korrekten Aussprache ganz zu schweigen. Für mich hat dieses Wort außerdem etwas unheimlich Elegantes an sich, etwas Fließendes und Erhabenes. Und so habe ich auch versucht (und es doch bei den meisten Serien geschafft), diese Eigenschaften auf die Fotos und ihre Wirkung zu übertragen.


Die Gestaltung

Jede Geschichte wird auf je 2 Doppelseiten erzählt. Als Einleitung und zur Erinnerung/Bekanntmachung gibt es einen kurzen Text, der die Geschichte aus der Sicht des Bösewichtes umreißt (muss ich erwähnen, dass Voldemort das größte Sorgenkind war?! ;-)). Ihr kennt die Texte aus den entsprechenden Posts. :-) Auf der nächsten Doppelseite folgen die Bilder in einer Reihe. Da das Buch aufgeschlagen 84cm breit ist, haben alle 6 ausreichend viel Platz.



Der Titel teilt sich in zwei Hälften, wie man sehen kann. Hier habe ich mit Punktgrößen bis zu 400 oder sogar mehr gearbeitet, da es das Format nicht nur hergibt, sondern der große Weißraum eine mutige und dennoch harmonische Gestaltung verlangt. In jeder Headline sind Details hervorgehoben. Bei Jekyll & Hyde, sowie Hänsel & Gretel ist es das Et-Zeichen, bei der Wicked Witch zum Beispiel ein äußerst verspieltes k in einer ansonsten sehr modernen und schnörkellosen Schrift.
Die Wahl der Schrift ist dem jeweiligen Villain und der fotografischen Umsetzung angepasst. Während Jekyll & Hyde, sowie die Wicked Witch sehr modern erscheinen, habe ich bei der bösen Stiefmutter oder Lord Voldemort mit markanten Serifenschriften gearbeitet.
Dazu muss gesagt werden, dass Schriftmischung ein äußerst zweischneidiges Schwert ist, an dem sich der ein oder andere nur zu gern verletzt. In einem kleineren, handlicheren Format mit weniger Fläche wäre es kaum möglich gewesen, so viele verschiedene Schriften zu vereinen. Der Eindruck wäre eher wirr und durcheinander. Durch die großflächig angelegte Gestaltung und ein sehr bewusstes, langsames Umblättern fällt diese große Mischung allerdings nicht negativ auf, sondern verteilt sich und unterstützt den Charakter jeder einzelnen Bildreihe, die ja ebenfalls alle ganz unterschiedlich sind.



Die Theorie

Der Theorie-Anteil meiner Bachelor-Thesis erstreckt sich auf übersichtliche 3 Doppelseiten. Dazu sei gesagt, dass die eigentliche Arbeit natürlich der praktische Teil ist und die vorgegebene Menge an Theorie nur eine Basis bildet, auf der die eigentliche Arbeit aufbaut.
Auch hier habe ich den Platz frei genutzt, der mir zur Verfügung stand und habe mit großen Headlines und Eyecatchern gearbeitet.



Fazit

Ich kann behaupten, dass ich mit meiner Arbeit, den Fotos und dem Buch zufrieden bin. Es ist das dritte und letzte Buch, welches in meinem Studium entstanden ist und ich kann stolz sagen, dass es einen würdigen Abschluss einer unglaublich tollen Zeit bildet. Dennoch gibt es in einigen Bereichen noch Luft nach oben. Abgesehen von der Prägung bin ich mit dem Druck an sich unzufrieden. Bei den Fotos sieht man deutlich die Laserpünktchen und auch die großen Headlines haben Farbränder, die dort nie waren und auch nicht sein sollten. Für einen eventuellen Nachdruck (zur Zeit existieren lediglich 3 Exemplare und die haben mich bereits einen dreistelligen Betrag gekostet - eventuell verständlich, dass ich etwas meckere ;-)) stehen also eine eigene Prägeform, sowie eine andere Druckerei auf der Liste.
Auch inhaltlich möchte ich das Thema gerne weiterführen. Es gibt noch die ein oder andere Figur, die ich gerne in dieser Sammlung verewigen würde. Ich denke, es ist durchaus nachvollziehbar, dass ich nach den zwei Monaten nicht das Gefühl habe, damit fertig zu sein.

Auf euer Feedback bin ich, wie immer, sehr gespannt! Haut in die Tasten und schreibt mir, was ihr über die Arbeit denkt! :-)



Kommentare:

  1. fantastisch. Lob für so viel tiefgründige Arbeit und Präzession. Es ist sicher toll so etwas dann endlich in Händen zu halten.
    Und ich verstehe, warum man bei einem entsprechend hohen Anspruch und dieser Summe auch auf Details wert legen will. Da sollte dann schon alles perfekt sein.

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    1. Vielen Dank liebe Conny! Das war wirklich ein tolles Gefühl, meine Babys vom Buchbinder abzuholen und nach Hause zu tragen. <3

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  2. Du weißt, dass ich von deiner Arbeit sehr überzeugt bin. Deine Kritikpunkte kann ich (glücklich, wie ich bin, dein Meisterwerk einmal live angegrabbelt zu haben ^^) nachvollziehen, sie sollten dir aber hoffentlich nicht den Stolz und die Freude über diese Arbeit verderben. Denn das darfst du getrost und mit ruhigem Gewissen empfinden - es ist eine so schöne Leistung!

    Ich bin zudem auch nach wie vor einfach begeistert davon, dass du so etwas handfestes und brauchbares in den Händen hältst nach deinem Abschluss. Ich wünsche mir manchmal auch so etwas. Aber ich habe leider nur ewig lange und wohl auch für die meisten langweilige Texte ^^;

    Auf die Fortsetzung dieser Reihe freue ich mich schon waaaaahnsinnig!!! *_*

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    1. Aber auch lange Texte kann man typografisch sehr schön und aufregend gestalten! :-)

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