Montag, 21. Oktober 2013

[Design] Künstlerbuch "Der Zauberer von Oz - Eine Definition"

Ihr Lieben,
voller Stolz kann ich behaupten: Mein zweites Künstlerbuch ist fertig, abgegeben und für euch auf Foto gebannt. ;-)
Dieses Mal ist von den Grafiken, über die Texte, das Vorsatzpapier bishin zum fertig gebundenen Buch ALLES komplett selbst gemacht. Sogar der Titel ist von Hand gestempelt.
Und das ist der Grund, warum ich selbst total zufrieden mit der Arbeit bin und derzeit absolut nichts dran ändern würde. Außerdem habe ich ein ganz bestimmtes Ziel erfüllt: es ist ein richtig dickes Buch geworden. ;-) Mein erstes Künstlerbuch, welches ihr hier noch einmal anschauen könnt, punktete ja eher mit Größe.

Das Buch, im Format 20x20cm, enthält 17 Radierungen, alle von Hand gedruckt. Die Auflage umfasst 7 Exemplare. Realisiert wurde das Projekt im Zeitraum von März bis Oktober 2013.


Der Titel wurde mittels Bleilettern und neongrüner Siebdruckfarbe (gut ausgestattete Werkstätten sind ein Traum!) direkt auf die Vorderseite und den Buchrücken gestempelt. Für mich war es der wohl nervenaufreibendste Schritt an der ganzen Arbeit, denn es kam auf Maßarbeit und den richtigen Moment an. Während die Vorderseiten sehr gut gelungen sind (die gequetschte und teils fehlende Farbe geben dem doch einen gewissen Charme) war das Bedrucken des Buchrückens wesentlich schwieriger. Und ihr hättet das Abgabeexemplar sehen sollen, welches ich als erstes und weniger vorgeplant gestempelt habe, Ich sage nur: Fail und Siebdruckfarbe ist wirklich verdammt schnell trocken!


Das Vor- und Nachsatzpapier sind absolute Unikate. Wenn man das Buch aufschlägt, erscheint zuerst ein grünes Motiv. Auf der nächsten Seite befinden sich schwarze Flecken, deren Zwilling am Ende des Buches auf der anderen Seite des violetten Motivs wartet. 



Die erste Grafik (eine Karte, in der die Smaragdstadt entsprechend markiert ist) und der erste Text ("Sehnsucht") sind auf voneinander getrennten Doppelseiten gedruckt und bilden so die thematische Einleitung.



Das Buch enthält keine Originaltexte aus dem Werk. Ich habe mich stattdessen auf die Schlüsselfiguren und -ereignisse in der Geschichte konzentriert und dazu passende Worte gefunden, wie "Heimat", "Tod", "Illusion", "Liebe" oder "Verstand". Die selbstgeschriebenen Texte sind äußerst nüchterne und emptionslose Erläuterungungen dieser Begriffe in Lexikon-Manier. Daher auch der Zusatztitel "Eine Definition".



Am Ende natürlich - das Ende. ;-) Sowie ein Text über L.Frank Baum und ein paar Zeilen zum Buch selbst zusammen mit Handnummerierung und Unterschrift.
Das Abgabeexemplar habe ich ja bereits Ende August gebunden, um es möglichst stressfrei abgeben zu können. Die restlichen 6 folgten nun Anfang Oktober und ich muss wirklich sagen, dass Buchbinden doch etwas wahnsinnig Beruhigendes an sich hat. Und ich werde immer schneller und besser. ;-) 


Zum Abschluss noch ein Blick auf die Bleilettern, mit denen die "schwarze Kunst" (in diesem Fall wohl eher neongrün) nun auch ein Teil des Buches geworden ist. Besonders hüpfen lässt mein Herz wirklich das Vorsatzpapier. Mein erstes Künstlerbuch ließ ich ja beim Buchbinder in Form bringen und durch den Termindruck hatte ich keine Möglichkeit mehr, das Papier meinen Wünschen anzupassen. 

Benotet wurde die Arbeit noch nicht und ich hatte bisher auch noch nicht viel Zeit, um mit meinem Dozenten über das Buch zu sprechen. (Insgesamt hatte ich wenig Feedback von ihm. Er kannte alle Grafiken und hat sie noch "abgesegnet", aber das Design ist erst in den Semesterferien entstanden, wo er längst im Urlaub war.) Er meinte jedoch, dass ihm das erste Buch besser gefällt und er bei diesem einige Sachen anders gemacht hätte. Das ist natürlich völlig okay.
Ich aber nicht. :-)

Wie würde euer Feedback ausfallen?

Damit verabschiede ich mich für heute. Wir lesen uns!
Eure Jasmin

Kommentare:

  1. Hm, ich finde es ja immer schwer zwei Kunstwerke zu vergleichen, die man beide noch nie Live gesehen hat *g darum würde ich jetzt nur mal so viel dazu sagen: Es sind eben zwei Werke.
    Bei diesem hier finde ich total spannend, dass du alles selbst gemacht hast! Mir erscheint es auch so, dass da viel Gedankenspielerei und Herzblut drin liegt. Du hast dir bei allen Dingen sehr viel gedacht. Es ist diesmal nicht nur eine Interpretation, sondern dazu auch noch eine Adaption. Das ist einfach was anderes, ein weiterer Schritt.
    Die Grafiken, die ich kenne, mag ich - ein paar zwar mehr, als die anderen, aber keine wäre jetzt, dass ich sage "Oh Gott, geht gar nicht!"
    Insgesamt finde ich das Künstlerbuch sehr cool geworden!

    Mich würde echt mal interessieren, was der Dozent da denn anders gemacht hätte? Ich meine, es gibt natürlich verschiedene Herangehensweisen. Und vllt ist technisch da auch noch was zu verbessern, ich hab davon ja keine Ahnung - aber irgendwie finde ich es schon etwas seltsam, wenn er sagt, er hätte es lieber anders gemacht ... *wunder

    Ich denke aber, du kannst stolz auf dich, dein Projekt, deine Ideen und die Umsetzung sein :)
    Mir gefällt's :)

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    1. Danke Dir für Deine Meinung! :-) Ich muss auch dazu sagen, dass mir bei dem Abgabebuch zwei Sachen passiert sind, die man nur ein Mal im Leben macht.^^ Die Grafiken waren alle noch sehr frisch, als ich das erste Buch gebunden habe und dadurch hat sich einiges auf die Textseite abgedruckt. Klingt aber schlimmer, als es wirklich ist, auch wenn ich es eigentlich wusste. Radierfarbe ist nun mal ölhaltig. Und das zweite ist, dass der Titel wirklich sehr vermurkst ist, weil ich mich erstmal mit den Bleilettern und der Farbe anfreunden musste.
      Vielleicht ergibt sich ja noch die Gelegenheit, mit ihm darüber zu reden und dann sagt er mir bestimmt, was genau er anders gemacht hätte. Aber manchmal sollte man einfach seine Ohren auf Durchzug stellen, wenn man ein Ergebnis haben möchte, mit dem man selbst zufrieden sein kann.

      Gedankenspielerei trifft es sehr gut, weil ich ganz viele Sachen aus der Geschichte im Künstlerbuch "versteckt" habe. Ich liebe es einfach, so tief in die Materie abzutauchen und das, was ich dort finde, neu zu verweben.

      :-)

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    2. Ach, na das ist natürlich schade :( Aber du kannst ja sonst als Beweis eines von den anderen nochmal mitnehmen und das heimlich austauschen *hihii ^^
      Nein, Spaß ;)

      Ich bin wirklich gespannt, was er sagt. Und würde mir - beide Bücher - echt gerne mal anschauen. Ich habe Oz und Poe zwar nie gelesen, aber ich denke, ich fände es dennoch wahnsinnig spannend ^^
      Was macht eigentlich deine Alice? :)

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    3. *hüstel* Ich sag nur "die kleine Alice möchte bitte aus dem Kaninchenloch abgeholt werden!"
      Ja, das ist eine der Baustellen, die noch fertig werden muss. Die Vorplanung ist komplett fertig und wenn ich das Projekt in seiner ganzen Fülle umsetzen würde, wäre es riiiieeesig und mega zeitaufwändig. Ich hab mich darum mit meiner Dozentin geeinigt, was ich genau abgebe...ich bräuchte nur Zeit, Muse, Zeit, Energie und...ach, Zeit, um mich damit zu befassen. :-(

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