Montag, 16. September 2013

[Oz] Produktionsphase - Von schwarzen Fingern und mitternächtlichem Buchbinden

Hallo meine Lieben,

heute gibt es noch einen weiteren Making-of-Bericht zu meinem Oz-Künstlerbuch. Ich greife schon einmal vorweg und sage: Das Abgabeexemplar ist beinahe fertig!!! Nun fehlt nur noch der Titel auf dem Buch.

Bevor ich aber zu viel verrate blicke ich lieber mit euch zurück auf die Produktionsphase. Die letzten beiden Augustwochen hatte ich komplett für das Drucken in der Werkstatt angesetzt. Dass ich aber tatsächlich nur 5 Tage brauchte, hat mich ziemlich umgehauen! Und obwohl ich selten länger als 7 Stunden in der Werkstatt stand, kam ich mir die letzten beiden Tage wie ein Zombie vor.
Insgesamt habe ich 119 Blätter handgedruckt für die Künstlerbücher, sowie 1-3 Probedrucke pro Grafik. Das Drucken der Textseiten lief dank einer leeren Werkstatt und damit eines freien Computerplatzes auch schnell und komplikationsfrei. So arbeitet man doch gern. :-) 



Mein Arbeitsplätzchen. :-) Die Radierplatten (bestehend aus Zink) werden auf eine Heizplatte gelegt und angewärmt, damit die Farbe einerseits besser in die Vertiefungen geht und sich andererseits besser verteilen und auswischen lässt. 


Unterschätzt habe ich dieses Mal allerdings den Aufwand, die Doppelseiten zu falzen, da es ungefähr doppelt so viele waren, als bei meinem Poe-Künstlerbuch. Mein unverzichtbares Werkzeug dabei war mein geliebtes Falzbein, um alles schön akkurat und scharf zu falzen.   


Dieses Mal habe ich es nicht dabei belassen, die Grafiken zu erarbeiten und zu drucken. Das Vor- und Nachsatzpapier ist ebenfalls komplett selbst gemacht und hat dabei schon fast mehr Unikat-Charakter als alles andere an den Büchern... 


Und natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, auch alles selbst zu binden. Die Klebe- bzw. HardCover-Bindung ist für mich eines der besten Dinge, die ich im Studium gelernt habe. Denn das entbindet mich von allen Copy-Shops und Wartefristen. Zudem ist es weitaus günstiger und macht auch noch Spaß. :-) 
Glücklicherweise hatte ich noch einige zugeschnittene Papierblöcke rumfliegen, an denen ich einige Tage vorher üben und einige Experimente mit dem Einband ausprobieren konnte. Das heißt, ich habe jetzt drei wahnsinnig süße Skizzenbücher und ein Künstlerbuch, was ziemlich gut geworden ist. 
Auf dem Bild oben seht ihr alles, was man für das Einleimen des Buchrückens braucht: Buchbindeleim (auch super geeignet für alles andere was halten soll, wie ich festgestellt habe), Schraubzwingen, Bretter, Gaze für den Buchrücken und natürlich den Buchblock selbst.


Und so schaut es dann eingespannt aus. Leider hatte ich bei diesem Schritt das Papier zwischen den Seiten entfernt, was dazu geführt hat, dass sich Farbflecken von den Grafiken auf die Textseite übertragen haben. Dummer Fehler, den man auch nur EIN EINZIGES Mal macht. Es ist aber zum Glück nicht ganz so schlimm geworden, wie befürchtet. Immerhin ist es nur das Abgabeexemplar...andererseits ist es DAS Abgabeexpemlar. Dennoch glaube ich nicht, dass es groß in die Benotung fällt.  
Radierfarbe wird mit Öl angemischt und trocknet darum nur sehr langsam. Auch wenn man ein Buch mit Radierungen im Regal stehen hat, kann es durchaus sein, dass sich nach Jahren noch Teile der Grafik auf die nächste Seiten abdrücken. Wie sagt man so schön: Schwund ist immer. :-D


Das Schwierigste am Buchbinden ist tatsächlich der Einband. Man muss alles richtig einleimen, eine Seite anpressen, dann den ganzen Spaß drehen, die Scharniere richtig einziehen.......uffz! Bei meinem allerallerersten Exemplar ist das damals gründlich misslungen. Mittlerweile habe ich den Dreh aber ganz gut raus. 
Mein Buch kann sich also auch von außen sehr gut sehen lassen und das Tolle am richtigen Buchbindeleinen ist, dass man eventuelle Leimflecke einfach abwaschen kann. Was ihr oben seht, ist der Pappeinband und die Rückseite des Buchbindeleinens. Diese ist immer mit Papier beschichtet, damit der Leim nicht durchschlägt. Von außen ist mein Buch natürlich schwarz wie die Nacht. ;-)

A pro pos Schwarz. An dieser Stelle möchte ich noch eine kleine Anekdote anbringen: 
Nachdem ich eine ganze Woche lang gedruckt habe, sahen meine Hände natürlich etwas mitgenommen aus, da ich beim Drucken keine Handschuhe anziehe (mit anderen Worten: man hat gesehen, dass ich gearbeitet habe). Freitag Nachmittag musste ich noch einkaufen und mein Weg führte mich dabei in einen Laden für Friseurbedarf (ich war auf der Suche nach etwas, womit ich meiner Haare dauerhaft rot halten kann, ohne ständig nachzufärben). Schon als ich der Inhaberin mein Anliegen vortrug, erntete ich ein penetrantes Starren auf meine Hände. Ich sah mich genötigt, ihr den Grund zu erklären, aber so richtig verstanden hat sie es wohl nicht. Nun, nachdem ich also dann irgendwann bei den Directions hängen geblieben war, meinte ich noch, dass dies ja eine ernsthafte Option wäre, sie aber leider das Bad so einsauen. Was bekam ich zur Antwort?
"Na damit dürften SIE ja keine Probleme haben!"
What?
Okay, bei Ihnen kaufe ich nichts. Auf nimmer Wiedersehen.

Damit schließe ich den Post für heute. ;-)
Über Feedback würde ich mich, wie immer, freuen!
Habt noch eine schöne Woche und bis bald,
eure Jasmin


P.S.: Meine Haare sind jetzt dunkelpink und ich muss nach jeder Haarwäsche die Dusche schrubben....

Kommentare:

  1. ich wollte gerade sagen - directions waschen sich doch soooo furchtbar schnell raus oO
    Wäre vllt Henna eine Option? Das wäscht sich nicht wirklich so viel raus und wird von mal zu mal auch intensiver in der Farbe...

    So aber nun apropos farbe: boah, ich muss ja meckern - machst einen hier heiß mit den Prozessbildern und zeigst das fertige Ergebnis nich - wie fies!!! ^^
    Ich bin schon so gespannt auf das Buch! Es ist sicher super toll geworden :D

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    1. Mittlerweile hab ich mich relativ intensiv mit Directions beschäftigt und den Tipps und Tricks dazu. Die Sache ist, dass ich von dem Pink so begeistert war, dass ich mich jetzt am liebsten durch die komplette Palette färben würde. :-D

      Hihi, Du neugierige Maus.^^ Aber das Buch ist ja auch noch gar nicht komplett fertig und sieht von außen noch totaaaal langweilig aus. :-)

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